Die Baumschule

Größtmögliche Vielfalt wünscht sich wohl jeder Gartenbesitzer für seine heimische Grünfläche. Die Nachfrage – gerade nach exotischen und besonders gut gewachsenen Pflanzen – ist stets hoch. Um diese decken zu könne, bauen Baumschulen unterschiedliche Pflanzen auf ihren Anbauflächen an.

Die Baumschule für Endnutzer und Wiederverkäufer

Die Baumschule ist eine bewirtschaftete Anbaufläche, auf der Bäume, Sträucher, Obstgehölz und auch Forstpflanzen erwerbsmäßig angebaut werden. Damit helfen Baumschulen, die große Nachfrage an Bäumen, Sträuchern und Co für den Garten- und Forstbereich zu decken. Die Pflanzen werden in den Baumschulen „aufgeschult“, was das Wurzeltreiben der Pflanzen meint. Die Pflanzen bleiben in der Baumschule, bis sie eine entsprechende Größe erreicht haben, um an Endnutzer (private Gartenbesitzer etwa), oder auch Wiederverkäufer (Gartencenter, Weihnachtsbaumverkäufer, etc.) abgegeben zu werden. Für die Aufschulung der Pflanzen benötigt die Baumschule große Flächen, die Standortbedingt zu den jeweiligen Pflanzenarten passen muss. In Deutschland befinden sich etwa 24.690 Hektar Landfläche in den Händen einer Baumschule (Stand 2000).

Die Baumschule nutzt unterschiedliche Vermehrungsarten

Die Zucht, also die Vermehrung der Pflanzen und Selektion dieser, erfolgt in der Baumschule auf zwei unterschiedliche Arten. Die Aussaat ist eine generative Vermehrung durch Wurzel- und Triebteile. Die Meristemkultur ist eine vegetative Vermehrung (ungeschlechtliche Vermehrung). Die Zuchtsorten werden anschließend häufig veredelt, was durch Kopulation oder Okulation geschieht. Nach der erfolgreichen Zucht werden die Pflanzen in den nächsten Jahren mehrfach in der Baumschule umgepflanzt, um ihnen eine bestmögliche Entwicklung zukommen zu lassen. Nur so können die Pflanzen ein besonders gesundes und schönes Wachstum erreichen. Wichtig ist dabei vor allem das Verhältnis von Wurzelballen und Pflanzenkrone, das das Ziel hat, die Wurzelgröße auf ein Minimum zu reduzieren, was noch für die Pflanze verträglich ist. Dies garantiert anschließend beim Verbrauchen ein gutes Wachstum und ein leichtes Umsetzen in der Baumschule. Da das Umsetzen in der Baumschule gerade bei großen Bäumen sehr umständlich und aufwendig ist, sind diese in der Regel in der Baumschule recht kostenintensiv.
Die Geschichte der Baumschule beginnt bei den Römern

Bereits zur Römerzeit brachten diese Stecklinge mit über die Alpen. Wurden im Mittelalter die Pflanzen meist noch in Klostergärten vermehrt, entstanden ab dem 14. Jh. bereits Fürstengärten mit eigener Pflanzenkultur. Mitte des 17. Jh. verjüngte man erstmals Wälder mit Setzlingen. Schnell erkannte man den Nutzen der Baumverjüngung und den landwirtschaftlichen Aspekt. Im Barock entstanden an den Hofgärten und Adelssitzen die ersten Baumschulen. Die älteste deutsche Baumschule wurde 1720 gegründet und befindet sich in Berlin-Treptow. 1920 galt sie als die größte Baumschule der Welt.